Ausgabe 89 | September 2011

Mobiles Leben und Techniktrends

Studie: Zusatzfunktionen bei Handys immer beliebter – Nutzung ändert sich

Bereits drei Prozent der Handybesitzer in Deutschland benutzen ihr Gerät nicht mehr zum Telefonieren. Sie setzen ausschließlich auf die vielen Zusatzfunktionen wie Internetzugang, E-Mail und soziale Netzwerke bis zu Navigation und mobilen Online-Spielen. Das ergab eine repräsentative Befragung, die im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM unter Handybesitzern durchgeführt wurde. Beliebteste Zusatzfunktionen sind für jeweils 38 Prozent der Befragten Wecker und Kamera, jeder Vierte hört Musik mit dem Handy. Bei Personen unter 30 Jahren ist es gut jeder Zweite (56 Prozent). Jeweils ein Fünftel der Handybesitzer nutzt E-Mail und den Versand multimedialer Inhalte (MMS), jeder Sechste macht Spiele mit dem Handy. Immerhin 97 Prozent aller Befragten gaben an, das Handy zum Telefonieren zu nutzen.

Weitere Infos:
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_68882.aspx

Mehr Handy-Telefonate – durchschnittliche Gesprächsdauer kaum verändert

Die Deutschen telefonieren immer häufiger mit dem Handy, die Gespräche werden dabei aber nicht länger. Die durchschnittliche Gesprächsdauer liegt weiterhin bei 2,5 Minuten. Das berichtet die Bundesnetzagentur unter Berufung auf Daten der Mobilfunknetzbetreiber. Insgesamt haben die Deutschen im Jahr 2010 etwa 180 Milliarden Minuten in Mobilfunknetzen telefoniert. Im Jahr 2009 waren es etwa 170 Milliarden. Sehr beliebt bleiben Kurznachrichten: 2010 wurden etwa 41 Milliarden SMS verschickt – im Jahr davor waren es 34 Milliarden. Durchschnittlich hat damit jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr rund 40 SMS-Nachrichten pro Monat versendet.

Weitere Infos:
http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1912/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2011/110728DauerHandygespraeche.html?nn=65116

Handydaten zeigen Hilfsorganisationen Flüchtlingsströme

Mehr als 100 Millionen Menschen werden jährlich Opfer von Naturkatastrophen. Oftmals fällt es den Hilfsorganisationen im herrschenden Chaos schwer, die Flüchtlingsströme schnell und sicher zu erfassen. Wissenschaftler des schwedischen Karolinska Instituts und der Columbia University (USA) erprobten nach dem schweren Erdbeben in Haiti 2010 ein neues Verfahren zur Vorhersage. Sie werteten dafür die Handydaten von Flüchtlingen aus und konnten so erkennen, wohin die mehr als 600.000 Menschen aus der Hauptstadt Port-au-Prince geflohen waren. Die Wissenschaftler wollen nun eine Organisation ins Leben rufen, die das Verfahren weiterentwickelt, um zukünftig Flüchtlingen im Katastrophenfall schneller und effizienter helfen zu können.

Weitere Infos:
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2011-08/ki-mpd083111.php

Umwelt und Gesundheit

SSK: Vergleichende Bewertung der Evidenz von Krebsrisiken durch elektromagnetische Felder und Strahlungen

Im Alltag müssen Menschen stets vielfältige alltägliche Gesundheitsrisiken abwägen. Dennoch bestehen zwischen einer Risikobewertung von Wissenschaftlern und der von Laien oft erhebliche Unterschiede. So werden manche Risikofaktoren in der öffentlichen Diskussion oft stark betont, während ihnen aus wissenschaftlicher Sicht eine eher geringe Bedeutung zukommt. Dies zeigt u. a. die Diskussion um das Risiko, durch den Gebrauch von Handys krank zu werden. Um zur Versachlichung beizutragen, hat die Deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) im Auftrag des Bundesumweltministeriums einen auf objektiven Kriterien basierenden Vergleich der Risiken von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks vorgenommen. Dabei kommt die SSK in ihrer Bewertung zu dem Ergebnis, dass es für Krebserkrankungen im Zusammenhang mit hochfrequenten elektromagnetischen Feldern nur unzureichende wissenschaftliche Nachweise gibt.

Weitere Infos:
http://www.ssk.de/de/werke/2011/kurzinfo/ssk1106.htm

Bundesregierung: Bestehende Grenzwerte schützen vor allen Risiken elektromagnetischer Felder

Die Bundesregierung hat bekräftigt, dass die gesetzlichen Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Felder  „vor allen wissenschaftlich nachgewiesenen Risiken schützen“. Sie reagierte damit auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Darin war die Bundesregierung gefragt worden, wie sie die Einstufung hochfrequenter elektromagnetischer Felder als „möglicherweise krebserregend“ durch die International Agency for Research on Cancer (IARC) sowie eine aktuelle Empfehlung des Europarates zur Überprüfung der Grenzwerte bewertet. In ihrer Begründung verweist die Bundesregierung darauf, dass die IARC-Einstufung auf Ergebnissen aus epidemiologischen Studien, vor allem der Interphone-Studie basiert, diese epidemiologischen Beobachtungen aber nur unzureichend beziehungsweise nicht durch experimentelle Befunde gestützt werden. Die Resolution des Europarates wird von der Bundesregierung kritisiert, da ihr „keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zugrunde liegen“ und sich die Bewertung überwiegend auf den BioInitiative-Report bezieht, „der nicht die Kriterien und Vorgehensweisen von wissenschaftlichen Fachgremien erfüllt.“ Eine Änderung der geltenden Grenzwerte sei daher nicht erforderlich.

Weitere Infos:
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/067/1706709.pdf

Brandenburg startet Betreuung von Infarktpatienten per Telemedizin

In Brandenburg startet in diesem Herbst ein flächendeckendes Telemedizinnetzwerk für Menschen, die einen Herzinfarkt erlitten haben. Die Patienten, die nach einem Herzinfarkt zwölf Monate lang intensiv beobachtet werden müssen, messen täglich selbst ihr Gewicht, ihre Blutwerte sowie den Blutdruck und ihre Herzwerte. Die Daten werden per Mobilfunk in die Telemedizinzentren nach Cottbus und Brandenburg übermittelt, wo sie von Ärzten ausgewertet werden. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand eines Patienten oder droht ein neuerlicher Infarkt, werden sofort der Hausarzt und der zuständige Facharzt informiert. Langfristig sollen mit diesem Netzwerk teure Krankenhausaufenthalte und weite Wege zum Arzt verhindert werden. Gerade in den ländlichen Gemeinden Brandenburgs fehlen Ärzte für die Betreuung der Patienten.

Weitere Infos:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/herzdiagnose-aus-der-ferne/4577498.html

Politik und Recht

Prepaid-Kunde muss für hohe Rechnung nicht aufkommen

Wer für sein Handy einen Prepaid-Vertrag wählt, der zur besseren Kostenkontrolle ausdrücklich Vorauszahlung vorsieht, muss für Mehrkosten nicht aufkommen, selbst wenn der Netzbetreiber das Konto ungefragt auflädt. Im konkreten Fall hatte ein Mobilfunkanbieter einem Prepaid-Kunden eine Rechnung über 14.000 Euro geschickt, weil dieser nach dem Verbrauch seines Guthabens weitertelefoniert und das Internet genutzt hatte. Jetzt gab das Landgericht Berlin in einem aktuellen Urteil (Az: 38 O 350/10) dem Kunden Recht und urteilte, dass Nutzer von echten Prepaid-Verträgen Minusbeträge auf dem Guthabenkonto nicht begleichen müssten, wenn der Vertrag zwischen Anbieter und Kunde eine Vorauszahlung vorsehe.

Weitere Infos:
http://www.areamobile.de/news/19300-urteil-prepaid-kunde-muss-handyrechnung-ueber-14-000-euro-nicht-zahlen

Justiz testet Handy-Störsender im Gefängnis

Weil trotz Handyverboten in vielen Haftanstalten Nordrhein-Westfalens immer wieder illegal Mobiltelefone genutzt werden, plant das Düsseldorfer Justizministerium einen Modellversuch mit Handystörsendern. Diese sollen zunächst in der Justizvollzugsanstalt Köln getestet werden. Mobilfunk ist in den 37 Gefängnissen des Landes untersagt, um Sicherheit und Ordnung nicht zu gefährden. Bislang können die Vollzugsbeamten unerlaubte Telefonate lediglich mit Hilfe von Handydetektoren orten. Die sogenannten „Mobi-Finder“ können Mobilfunkgeräte während eines Kontrollgangs durch die Anstalt aufspüren, aber nicht verhindern, dass Gefangene die Handys nutzen. Der Landtag hatte deshalb im Oktober 2009 ein Gesetz beschlossen, das den Einsatz sogenannter Mobilfunkblocker erlaubt.

Weitere Infos: 
http://www.heise.de/newsticker/meldung/NRW-testet-Handy-Stoersender-im-Gefaengnis-1280554.html

Wirtschaft

Senioren-Handys: Design und sinnvolle Funktionen sind gefragt

Große Tasten, ein einfarbiges Display und keinerlei Zusatzfunktionen wie Kamera oder MP3-Spieler: So haben sich Hersteller lange Zeit das ideale Seniorenhandy vorgestellt. Aber damit treffen sie immer weniger den Geschmack ihrer Zielgruppe, die sich nicht mit klaviergroßen Tasten als „Senior“ outen möchte. Zudem sind ältere Nutzer heute an moderne Handys gewöhnt und legen viel Wert auf sinnvolle Funktionen. Gefragt sind zum Beispiel Anwendungen zu den Themen Gesundheit und Prävention, berichtet die Fachzeitschrift Telecom Handel in ihrem Marktreport Senioren-Handys.

Weitere Infos:
http://www.telecom-handel.de/Marktreports/Mobilfunk/Marktreport-Senioren-Handys-Umsatz-mit-einer-kaufkraeftigen-Zielgruppe

IZMF-Nachrichten

Zertifizierte Fortbildungsveranstaltungen für Mediziner und medizinnahe Berufsgruppen in Hamburg und Essen im November

Die Frage nach gesundheitlichen Risiken durch elektromagnetische Felder (EMF) des Mobilfunks wird in der Öffentlichkeit nach wie vor diskutiert. Auch Ärzte werden regelmäßig auf dieses Thema angesprochen. Um Patienten kompetent beraten zu können, bietet das IZMF Fortbildungen für Mediziner, Psychologen, medizinnahe Berufsgruppen sowie Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Hamburg und Essen an. Die Veranstaltungen informieren über gesundheitliche Auswirkungen von EMF beim Mobilfunk. Die Veranstaltungen sind auf das freiwillige Fortbildungszertifikat anrechenbar.

Weitere Infos:
http://www.izmf.de/node/100258

IZMF präsentiert Schulprojekt Mobilfunk bei Woche der Kommunikation in Frankfurt/Main am 26. Oktober

Digitale Kommunikationsformen via Handy, Internet und Social Media sind fester Bestandteil im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Der Austausch per SMS, E-Mail und Chat birgt aber auch Risiken und Gefahren. Im Hessischen Gesprächsforum „Mailen – Simsen – Posten: Medien im Alltag von ‚Digital Natives‘“ wird diskutiert, wie die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen gestärkt und Missbrauch verhindert werden kann. Experten aus den Bereichen Medien, Pädagogik und Kriminalprävention stellen dazu ihr Engagement in der Medienarbeit mit Kindern und Jugendlichen vor. Im Rahmen des Gesprächsforums präsentiert das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) das Schulprojekt Mobilfunk – ein kostenloses Angebot für Lehrerinnen und Lehrer bestehend aus Fortbildungen, Unterrichtsmaterialien und Bausteinen zur Elternzusammenarbeit. Die Angebote sollen Pädagogen bei der Förderung der Jugendmedienkompetenz und der Gewaltprävention an Schulen unterstützen.

Weitere Infos:
http://www.izmf.de/node/100341

Jugend forscht: IZMF stiftet erneut Sonderpreis Mobilfunk

Auch im Jahr 2012 wird das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) den Wettbewerb als Stifter des „Sonderpreises Mobilfunk“ unterstützen. Prämiert werden herausragende Arbeiten, die sich mit dem Forschungsfeld mobiler Technologie auseinandersetzen. Der Wettbewerb „Jugend forscht“ wird bereits zum 47. Mal ausgetragen. Wer an den Wettbewerben „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“, die im Februar 2012 starten, teilnehmen möchte, kann sich noch bis 30. November anmelden. Auch im kommenden Jahr wird das IZMF mit dem Sonderpreis Mobilfunk neben Landessiegern zwei Sieger auf Bundesebene prämieren.

Weitere Infos:
http://www.izmf.de/node/101511

Neue Website des IZMF online

Seit September ist die neue Internetpräsenz des Informationszentrums Mobilfunk e. V. (IZMF) unter www.izmf.de online. Den Besuchern bietet die neu gestaltete Homepage umfassende Informationen rund um den Mobilfunk. Neue Rubriken, wie zum Beispiel der Multimediabereich mit Podcasts und Filmbeiträgen, machen die Website attraktiv. Zum Relaunch der Seite wurden außerdem bestehende Informationen überarbeitet und aktualisiert.

Weitere Infos:
http://www.izmf.de