Ausgabe 90 | Oktober 2011

Mobiles Leben und Techniktrends

Neue Broschüre informiert über Sicherheitsrisiken bei Smartphones

Smartphones gelten für viele Datenschützer inzwischen als gefährliches Einfallstor für Viren, Trojaner und andere Schadsoftware. Denn während viele PC-Nutzer ihre Rechner inzwischen mit Firewalls und Virenscannern schützen, sei das Sicherheitsbewusstsein bei den mobilen Mini-Computern noch sehr schwach ausgeprägt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert darüber jetzt in einer neuen Broschüre. Sie enthält hilfreiche Informationen über Risiken beim Verwenden von Smartphones – und über mögliche Gegenmaßnahmen. Zu den behandelten Gefährdungen gehören unter anderem Diebstahl, Schad-Software, Phishing, heimliche Tonaufnahmen und das Aufzeichnen von Bewegungsprofilen. Das Überblickspapier ist auf der Website des BSI kostenlos herunterladbar.

Weitere Infos:
www.bsi.bund.de/...Ueberblickspapiere_node.html

Umwelt und Gesundheit

China startet Mobilfunk-Forschungsprogramm

China startet ein eigenes Mobilfunk-Forschungsprogramm mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Im Rahmen dieses Programms sollen wissenschaftliche Studien zu möglichen gesundheitlichen Risiken durch elektromagnetische Felder (EMF) und zur Grundlagenforschung im Gesundheitsschutz gefördert werden. Das Programm umfasst Studien zur Absorption elektromagnetischer Felder im Körpergewebe und zur Sensibilität von Zellen gegenüber EMF. Zudem wollen Forscher möglichen Genschädigungen nachgehen. Die Originalbeschreibung des Projekts und eine englische Übersetzung können auf der Webseite der Schweizer Stiftung für die Erforschung von Informationstechnologien in der Gesellschaft (IT'IS) heruntergeladen werden.

Weitere Infos:
www.itis.ethz.ch/...chinese-english.pdf

Internationaler Workshop zum 20-jährigen Bestehen der ICNIRP 2012 geplant

Die Internationale Strahlenschutzkommission ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) feiert im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet vom 9. bis 11. Mai 2012 im schottischen Edinburgh ein internationaler Workshop zur Forschung auf dem Gebiet der nicht ionisierenden Strahlung statt. Die Kommission hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1992 weltweite Anerkennung als wissenschaftlicher Berater in Fragen des Strahlenschutzes erarbeitet. Ihre Empfehlungen werden ebenso von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt, wie von zahlreichen Staaten, die diese als Grundlage nationaler Grenzwerte, zum Beispiel im Mobilfunk, heranziehen. Der Internationalen Strahlenschutzkommission gehören 14 unabhängige Wissenschaftler aus zehn Ländern an, die verschiedenen Fachrichtungen wie etwa Physik, Medizin, Epidemiologie, Physiologie oder Biologie vertreten.

Weitere Infos:
www.icnirp.org/

M-Health-Systeme weltweit auf dem Vormarsch

Der Einsatz von mobilen Systemen für die medizinische Betreuung, sogenannte M-Health-Services, trägt weltweit zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung bei. Dies geht aus einem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Die Organisation untersuchte den Einsatz von M-Health-Services in 114 Staaten der Erde. In mehr als 80 Prozent der untersuchten Länder wird mindestens ein M-Health-Service angeboten, so die WHO. In die Analyse wurden 14 Bereiche einbezogen, darunter kostenlose Notfall-Rufnummern für Handys, mobile Telemedizin, kommunale Gesundheitskampagnen, mobil verfügbare Krankenakten oder die Patientenüberwachung. Besonders weit verbreitet sind Dienste, die zur Betreuung von Patienten mit chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzschwäche eingesetzt werden. Auch sogenannte Apps – Anwendungen für Smartphones – finden immer mehr Verbreitung. Der Bericht der WHO, „mHealth. New horizons for health through mobile technologies” kann im Internet heruntergeladen werden.

Weitere Infos:
www.who.int/goe/publications/goe_mhealth_web.pdf

Europäische Umweltagentur: Im Zweifel für die Vorsorge

Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat sich in einer aktuellen Stellungnahme für Vorsorgemaßnahmen im Mobilfunk ausgesprochen und empfohlen, die Nutzer darüber aufzuklären, dass z. B. Freisprechanlagen zu rund 10-fach reduzierten Feldstärken führen im Vergleich zur Nutzung eines Handys am Kopf. In ihrer Veröffentlichung „Gesundheitsrisiken durch Mobilfunkstrahlung – warum Experten unterschiedlicher Meinung sind“ geht die Agentur auf die wissenschaftliche Kontroverse über einen möglichen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks ein. „Wir empfehlen in solchen Fällen die Anwendung des Vorsorgeprinzips als Leitfaden für politische Entscheidungen. Das bedeutet, dass Entscheidungsträger sich trotz mangelnden Wissens nicht davon abhalten lassen sollten, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen“, so David Gee, Senior-Berater der EEA.

Weitere Infos:
www.eea.europa.eu/highlights/health-risks-from-mobile-phone

Politik und Recht

Netzbetreiber müssen auf Onlinekosten hinweisen

Auf Mehrkosten, die einem Mobilfunkkunden beispielsweise durch die automatische Nutzung einer Navigationssoftware entstehen, müssen die Anbieter ausdrücklich hinweisen. Tun sie es nicht, müssen die Kosten nicht vom Kunden bezahlt werden, entschied jetzt der 16. Zivilsenat des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichtes. Er entschied damit zugunsten eines Mobilfunknutzers, der ein Handy mit Navigationssoftware – aber ohne Daten-Flatrate erworben hatte. Er wusste nicht, dass die Software bei der Installation automatisch eine kostenpflichtige Kartenaktualisierung startet. Ein ausdrücklicher Hinweis auf die Kostenfolge fehlte im Vertrag, so das Gericht. Innerhalb von nur 20 Tagen hatte der Kunde Kosten in Höhe von 11.498,05 Euro angesammelt. Für diese Onlinekosten muss der Verbraucher nicht aufkommen, da er nicht entsprechend informiert wurde, entschied das Gericht und reduzierte die Rechnung auf 35,93 Euro für die Nutzung weiterer Mobilfunkleistungen. (Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 15.9.2011, Aktenzeichen 16 U 140/10)

Weitere Infos:
www.schleswig-holstein.de/OLG.../handyrechnung.html

Bundesweiter Infrastrukturatlas soll Breitbandausbau beschleunigen

Genaue Informationen über bestehende Infrastrukturen sollen den Aufbau der Breitbandnetze in Deutschland beschleunigen. Deshalb wurde der bundesweite Infrastrukturatlas vor zwei Jahren von der Bundesnetzagentur gestartet. Jetzt geht das Projekt in die zweite Phase und stellt Unternehmen Geodaten über in Deutschland vorhandene Infrastrukturen zur Verfügung. Enthalten sind Objekte, wie Glasfaserleitungen, Leerrohre, Funktürme, Masten und Funkstationen, die beim Aufbau von Breitbandnetzen grundsätzlich mitgenutzt werden können. Gleichzeitig wurden die Sicherheitsmaßnahmen beim Datenschutz erhöht, teilte die Bundesnetzagentur mit. Die Daten stammen von derzeit rund 160 Unternehmen, die sich freiwillig am Aufbau des Infrastrukturatlasses beteiligen. Ihre Nutzung ist lediglich für Gebietskörperschaften und Unternehmen im Rahmen von Breitbandausbauprojekten möglich.

Weitere Infos: 
www.portel.de/...die-naechste-phase/12/

Wirtschaft

Mobilfunk-Netzausbau soll Wachstum und Entwicklung fördern

Die britische Regierung investiert in den Ausbau der Mobilfunknetze und will so Wachstum und Investitionsklima fördern. Sie stellte 150 Millionen Pfund (174 Millionen Euro) für den Ausbau der Netzinfrastruktur zur Verfügung. Ziel ist eine Netzabdeckung von 99 Prozent. Dazu sei es nötig, weiteren sechs Millionen Briten den Handy-Empfang in ihren Regionen zu ermöglichen. Zusätzliche 145 Millionen Pfund (168 Millionen Euro) will die britische Regierung in den Ausbau der IT-Infrastruktur und die Entwicklung von Hochleistungsrechnern investieren, um das Wachstum in diesen Zukunftsbranchen zu fördern.

Weitere Infos:
www.zdnet.de/news/...in-99-prozent-handynetzabdeckung.htm

IZMF-Nachrichten

Kommunikationsforum Mobilfunk 2011

SAR-Wert, Eco-Index und WEEE-Kennzeichnung: Dies sind nur einige Beispiele für die zahlreichen Labels und Kennzeichnungen im Bereich der Mobilkommunikation. Doch bieten sie den Verbrauchern wirklich Orientierung und sorgen für mehr Transparenz? Was muss beachtet werden, damit Siegel, Öko-Indizes und andere als glaubwürdige Wegweiser akzeptiert werden? Über diese Fragen diskutierten rund 40 Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auf dem Kommunikationsforum Mobilfunk am 29. September in Berlin. Die Teilnehmer tauschten sich darüber aus, welche Kriterien sich beim Mobilfunk für Kennzeichnungen eignen und welche Erfahrungen andere Branchen mit Kennzeichnungen und Labels gesammelt haben. Die Ergebnisse der Tagung werden im Herbst veröffentlicht.

Weitere Infos:
www.izmf.de/node/101559

„Text digital“ – Unterrichtsheft des Schulprojekts Mobilfunkin aktualisierter Auflage

Das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) hat das Themenheft für das Fach Deutsch „Text digital“ in neuer Auflage veröffentlicht. Das Unterrichtsheft wurde grafisch neu gestaltet und aktualisiert. „Text digital“ befasst sich mit dem Gebrauch von Sprache im Zeitalter von Internet und Mobilfunk. Das Unterrichtsheft ist für Sekundarstufe I und II konzipiert und bietet Lehrerinnen und Lehrern auf 40 Seiten neben Informationen zu verschiedenen Kommunikationsformen auch kreative Anregungen für die Gestaltung des Deutschunterrichts.

Weitere Infos:
www.imf.de/node/101554

Erlebnisstand des IZMF auf der FORSCHA 2011 in München

Wie funktioniert die Mobilfunktechnologie, welche Möglichkeiten bieten Handys für den Einsatz im Schulunterricht und wie erleichtert das Mobiltelefon unseren Alltag? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) vom 4. bis 6. November auf der FORSCHA 2011 in München. Unter dem Motto „Entdecke die Zukunft!“ möchte die interaktive Bildungsmesse Kinder und Jugendliche spielerisch für MINT-Themen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) begeistern sowie Lehrer und Eltern auf diesem Gebiet weiterbilden.

Weitere Infos:
www.izmf.de/node/101548