Recycling von Handys schont die Ressourcen und nutzt der Umwelt

Das Recyceln von Handys hilft, die Umwelt zu schützen sowie teure und seltene Rohstoffe zu sparen. Die gebrauchten Handys müssen dazu dem Wiederverwertungskreislauf zugeführt werden. Dank innovativer Technologien können heute bis zu 80 Prozent der Rohstoffe aus Mobiltelefonen wiederverwendet werden, darunter seltene Edelmetalle wie Gold und Silber. Die fachgerechte Verwertung ist sogar in doppelter Hinsicht umweltfreundlich. Neben der Wiedergewinnung wertvoller Rohstoffe wird so verhindert, dass Handys bei der Entsorgung im Hausmüll die Umwelt mit Schadstoffen belasten.

Handyrecycling ist ein zentraler Bestandteil der Rohstoff-Expedition, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) anlässlich des „Wissenschaftsjahrs 2012 – Zukunftsprojekt ERDE“ ausgerufen wurde. Am Beispiel des Handys lassen sich der Lebenszyklus und der ökologische Rucksack technischer Geräte anschaulich darstellen. Die Rohstoff-Expedition umfasst Lern- und Arbeitsmaterial für den Unterricht. Mit dem Animationsfilm „Handyrecycling – unsichtbare Schätze im Mobiltelefon“ unterstützt das IZMF die Rohstoff-Expedition und bietet weitere Schulmaterialien an.

Handys sind eine wichtige Rohstoffquelle

In jedem Althandy steckt ein kleiner Schatz aus wertvollen Rohstoffen: Gold, sogenannte seltene Erden, Kupfer und Metalle wie Palladium, die aufgrund der weltweiten Verknappung immer kostbarer werden. Allein in Deutschland werden nach Schätzungen des Branchenverbandes BITKOM knapp 86 Millionen nicht mehr genutzte Handys in Schubladen aufbewahrt (Stand Dezember 2012). Dank innovativer Technologien können heute jedoch bis zu 80 Prozent der Rohstoffe aus Mobiltelefonen wiederverwendet werden.

Die Initiative StEP (Solving the E-Waste Problem), die sich weltweit gegen die Verbreitung von Elektronikschrott vor allem in Länder der sogenannten Dritten Welt engagiert, hat errechnet, dass in einer Million Althandys rund 24 Kilo Gold, 250 Kilo Silber, neun Kilo Palladium und neun Tonnen Kupfer stecken. Zu oft noch landen diese Schätze achtlos im Abfall oder als Elektronikschrott auf Müllplätzen in Entwicklungsländern.

Forscher entwickeln immer effizienteres Recycling

Wissenschaftler an deutschen Hochschulen entwickeln immer bessere und wirtschaftlichere Methoden, um die Rohstoffe aus gebrauchten Elektronikgeräten – vor allem Handy-Akkus –zurückzugewinnen. Die Industrie ist auf solche Technologien zum Recycling von Metallen wie Nickel, Cadmium und Zink dringend angewiesen.

Führend bei der Entwicklung von Verwertungsmethoden ist die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen. Am dortigen Institut für Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling (IME) gelang es, Schmelztechniken zu entwickeln, mit denen die Metalle im industriellen Maßstab sortenrein aus Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydridbatterien zurückgewonnen werden können. Die neuen Entwicklungen aus Aachen gelten dem Recycling von Lithium-Ionen-Akkus aus Handys, Notebooks oder MP3-Playern, aus denen sich Mangan und Kobalt gewinnen lassen.

Und so funktioniert das Recycling

Alle Mobilfunknetzbetreiber verfügen über eigene Handyrücknahmesysteme. Nicht mehr genutzte Handys können vom Verbraucher portofrei an die Netzbetreiber zurückgeschickt oder bei den meisten Anbietern direkt in der Filiale abgegeben werden. Diese unterstützen jedes eingegangene Gerät oft zusätzlich durch eine Spende an Umweltorganisationen, Kinderhilfsprojekte oder andere soziale Einrichtungen.

 

Stand: März 2014