Was sind elektromagnetische Felder?

Elektromagnetische Felder setzen sich aus elektrischen und magnetischen Feldern zusammen. Sie entstehen, wenn sich elektrische Ströme und Spannungen verändern. Dann bildet sich eine elektromagnetische Welle, die sich räumlich ausbreitet. Diese Welle transportiert Energie.

Es gibt elektromagnetische Felder, die in der Natur entstehen. Dazu gehören beispielsweise das Tageslicht oder Blitze bei einem Unwetter. Andere werden von technischen Geräten und Anlagen produziert. Denn überall dort, wo Strom fließt, gibt es auch elektromagnetische Felder. Solche Felder werden etwa von Fernsehern, Haartrockern, CD-Playern oder elektrischen Rasierapparaten erzeugt.

Elektromagnetisches Spektrum

Bild zu Strahlungsart

Die elektromagnetischen Felder unterscheiden sich in ihrer Frequenz und Feldstärke sowie in der Signalform der elektromagnetischen Wellen. Bei der Frequenz lassen sich innerhalb des elektromagnetischen Spektrums hochfrequente und niederfrequente Felder unterscheiden. Der hochfrequente elektromagnetische Bereich reicht von 10 Kilohertz (KHz) bis 300 Gigahertz (GHz). Hochfrequente elektromagnetische Felder werden zum Beispiel beim Radio und Fernsehen, Rettungs-, Betriebs- und Taxifunk oder funkbasierten Diebstahlsicherungen genutzt. Niederfrequente elektrische und magnetische Felder zwischen 0 Hertz (Hz) und 10 Kilohertz (KHz) entstehen vor allem bei der Energieerzeugung und -übertragung sowie im Haushalt mit Frequenzen um 50 Hertz (Hz).

1 Hertz entspricht einer Schwingung pro Sekunde
1 Megahertz sind 1 Million Hertz
1 Gigahertz sind 1.000 Millionen Hertz

Elektromagnetische Felder des Mobilfunks

Der Mobilfunk nutzt hochfrequente elektromagnetische Felder zur digitalen Übertragung von Sprache und Daten. Die drei heute gebräuchlichen Mobilfunkstandards GSM (Global System for Mobile Communications), UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und LTE (Long Term Evolution) verwenden jeweils verschiedene Frequenzbereiche (GSM: 900 und 1.800 MHz; UMTS: 1.900-2.170 MHz und LTE: 800 und 2.600 MHz).

Die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks gehören zum Bereich der sogenannten nicht ionisierenden Strahlung. Darunter fallen auch Radio- und Mikrowellen sowie die optische Strahlung. Eine wichtige Eigenschaft dieser Strahlungsart ist, dass ihre Energie nicht ausreicht, um bei der Durchdringung von Stoffen Atome oder Moleküle in einen elektrisch geladenen Zustand zu versetzen (zu ionisieren). Dies vermag nur die ionisierende Strahlung. In diese Kategorie fallen zum Beispiel die Röntgen- und Gammastrahlung.

Stichwort „Elektrosmog“

Im Zusammenhang mit den elektromagnetischen Feldern, die auch der Mobilfunk nutzt, wird oft vom sogenannten "Elektrosmog" gesprochen. Dieser Begriff ist in der öffentlichen Diskussion sehr gebräuchlich; er trifft den Sachverhalt jedoch nicht genau. Denn unter Smog versteht man üblicherweise bestimmte Schadstoffkonzentrationen in der Luft. Im Hinblick auf die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks ist das Wort Smog irreführend, da sich die Felder nicht wie etwa die Rußpartikel von Auspuffabgasen verteilen. Zudem sind sie kein Abfallprodukt, sondern Voraussetzung für die Übertragungstechnik des Mobilfunks.