Navigationshilfen für Rollstuhlfahrer

Philipp Radloff, Kyrylo Ivchenko und Marc-Maurice Kruse helfen Rollstuhlfahrern, ans Ziel zu kommen. Für ihr behindertengerechtes Navigationssystem erhielten sie den Sonderpreis Mobilfunk.

Spaziergänge sind für die meisten von uns ein selbstverständlicher Zeitvertreib. Für gehbehinderte Menschen können Straßen und Wege dagegen schnell zu Hürden werden. Damit dennoch jeder ohne größere Umwege ans Ziel kommt, entwickelten drei Rostocker Gymnasiasten eine Navigationshilfe speziell für Rollstuhlfahrer. Sie ist mit internetfähigen Handys nutzbar.

In ihrem Projekt erstellten Philipp Radloff, Kyrylo Ivchenko und Marc-Maurice Kruse Karten von bekannten regionalen Sehenswürdigkeiten und zeigen Rollstuhlfahrern, wie sie ans Ziel kommen. Dafür haben sich die Schüler selber in den Rollstuhl gesetzt und sind die Wege abgefahren. Das Ergebnis hat sie überrascht: "Viele Wege sind für Rollstuhlfahrer nicht befahrbar, auch wenn sie so aussehen", schildert Kyrylo Ivchenko. Entsprechend haben die "Jugend forscht"-Preisträger die Wege nach ihrer Passierbarkeit klassifiziert und diese Ergebnisse auf einer Karte im Internet vermerkt.

Doch sie wollen mehr. Derzeit arbeiten die jungen Wissenschaftler daran, die jeweiligen Strecken mit Positionsmarken zu versehen. Die können dann unterwegs per Handy durch das satellitengestützte Navigationssystem GPS abgeglichen werden – eine Technik, die sich seit Jahren im Auto durchgesetzt hat. "Damit können sich Rollstuhlfahrer genau orientieren und wissen immer, wo sie sind", so der Jungforscher Ivchenko. Später soll das Navigationssystem von GPS auf das entstehende europäische Netz Galileo umgerüstet werden. Das macht die Ortsbestimmung dann noch exakter.