Wie verbessert der Mobilfunk Prozesse in der Arbeits- und Geschäftswelt?
Der Mobilfunk beeinflusst nicht nur die Kommunikation im Privatleben, sondern verändert auch maßgeblich Prozesse in der Arbeits- und Geschäftswelt. Das gilt für Wirtschaft und öffentliche Verwaltung gleichermaßen. Mobile Endgeräte ermöglichen von überall den schnellen Zugriff auf interne IT-Netze in Firmen und Behörden und schaffen so vollwertige mobile Arbeitsplätze.
Über ein Mobilfunk-Handheld kann man inzwischen zu jeder Zeit und nahezu von jedem Ort aus problemlos auf Kunden- und Produktdaten zugreifen, E-Mails abrufen, Termine checken und Kontakte verwalten. UMTS-Übertragungsraten von bis zu 384 kbit pro Sekunde erlauben sogar Videokonferenzen von unterwegs. So lassen sich Abläufe beschleunigen und Administrationsaufwand verringern.
Als Nachfolger von UMTS soll die Mobilfunktechnologie LTE (Long Term Evolution) in den nächsten Jahren noch höhere Datenübertragungsraten von bis zu 170 Mbit/s ermöglichen.
Datenabfrage via Mobilfunk senkt Ausfallkosten
Wie sich Arbeits- und Kommunikationsabläufe durch Mobilfunk effizienter gestalten lassen, zeigt das Beispiel eines Mineralölkonzerns. Früher konnten dessen Wartungstechniker die Ausfalldaten von Zapfsäulen erst am Ende ihrer Tagesroute an den Reparaturdienst übermitteln – vom Schreibtisch aus per Laptopanschluss und Modem. Die Behebung des Schadens verzögerte sich so um fast einen ganzen Arbeitstag, was die Ausfallkosten in die Höhe trieb. Mit Hilfe der Mobilfunktechnologie ließen sich die Abläufe vereinfachen und Kosten senken. Die Techniker arbeiten heute mit Minirechner und Handy. Damit können sie mittels einer kurzen Textmeldung einen Schadensfall innerhalb weniger Sekunden an die Zentrale schicken, die die Reparatur in Angriff nehmen kann noch während der Kontrolleur auf Tour ist.
Kommunikation von Maschine zu Maschine

Auch die so genannte Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M), also der Datenaustausch zwischen Maschinen, Fahrzeugen, Containern oder Automaten und einer zentralen Leitstelle, verändert sich durch Mobilfunk. Via Mobilfunk können Geräte und Maschinen an den internen Informationsfluss von Unternehmen angebunden werden, was die Kontrolle und Wartung aus der Ferne möglich macht. Betriebliche Abläufe lassen sich auf diese Weise verbessern. Das Anwendungsgebiet von M2M-Lösungen ist breit gefächert. Es reicht von Sicherheitslösungen und Verkehrsflusskontrollen über die Messdatenübertragung aus Produktionsanlagen bis hin zur Steuerung von Verkaufsautomaten. Im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Informations- und Kommunikationstechnologien 2020", das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestartet wurde, wird die M2M-Kommunikation weiter erforscht.
Wie M2M-Lösungen Abläufe vereinfachen können, zeigt das Beispiel eines Energiekonzerns. Jährlich müssen Millionen von Zählerständen abgelesen werden. Die Einrichtungen, die Strom verbrauchen, beispielsweise Pumpstationen oder Deponieanlagen, liegen weit verstreut und zum Teil in schwer zugänglichen Gegenden. Statt die Daten vor Ort abzulesen, kann eine GSM(Global System for Mobile Communications)-Übertragungseinrichtung die Daten per Funk an den jeweils zuständigen Rechner übermittelt. Dazu misst ein Zähler in regelmäßigen Abständen den Verbrauch. Ein Computer im Rechenzentrum des Energieversorgers stellt dann über Nacht eine mobile Datenverbindung zum Zähler her und ruft die erforderlichen Daten innerhalb von 30 bis 40 Sekunden ab.
Mobile Bürgerdienste ersparen Gang zur Behörde
Auch die öffentliche Verwaltung nutzt das Potenzial mobiler Anwendungen. In Pilotprojekten, zum Beispiel in Berlin, wurden mobile Bürgerdienste bereits erprobt. Inzwischen werden die mobilen Bürgerdienste auch außerhalb von Deutschland getestet. Ziel ist es, das Dienstleistungsangebot der öffentlichen Verwaltung mit Hilfe mobiler Multimediadienste bürgerfreundlicher und effizienter zu gestalten. Beamte der Bürgerämter werden dazu mit mobilen Endgeräten ausgestattet, die drucken, Dokumente lesen, Signaturkarten überprüfen sowie Gebühren per EC-Karte einziehen können. Verwaltungsangelegenheiten wie Passanträge sowie Melde- und Wohnangelegenheiten lassen sich somit auch außerhalb von Behördenmauern abwickeln – in Schulen, Krankenhäusern oder Einkaufszentren.
