Was sind athermische Wirkungen elektromagnetischer Felder?
Als athermischen Wirkungen bezeichnet man mögliche biologische Effekte sehr schwacher, energiearmer elektromagnetischer Felder, deren Stärke so gering ist, dass eine Temperaturerhöhung im Körper sehr niedrig bleibt oder nicht mehr messbar ist.
Diskutiert wird in diesem Zusammenhang, ob allgemeine Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen und Migräne oder Schlaf- und Konzentrationsstörungen durch elektromagnetische Felder, wie sie auch der Mobilfunk nutzt, verursacht werden können. Auch mögliche Auswirkungen auf Krebserkrankungen oder die Beeinflussung des Zentralnervensystems beziehungsweise der Gehirnaktivitäten sind Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Untersuchungen.
Stand der Forschung
Während einige Forschungsergebnisse zu der Annahme geführt haben, dass athermische Wirkungen des Mobilfunks tatsächlich vorhanden sind, konnten in der Mehrheit der Analysen die genannten Effekte nicht nachgewiesen werden. Untersuchungen dazu sind allerdings schwierig, da die Effekte an der Grenze der Nachweisbarkeit liegen. Im Übrigen verfügt die Wissenschaft bislang über keine Theorie für einen biophysikalischen oder biochemischen Mechanismus, der mögliche athermische Effekte erklären könnte. Darüber hinaus ist es auch bei einem angenommen Vorhandensein der athermischen Wirkungen nicht erwiesen, ob sie in irgendeiner Weise die Gesundheit beeinflussen können.
Insgesamt ist die Frage möglicher athermischer Wirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks noch nicht abschließend geklärt. Nach Auswertung der bislang vorliegenden Untersuchungen und Studien zum Thema hat die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) im September 2001 festgestellt, dass bei Einhaltung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte keine Gesundheitsgefährdung besteht.
Jörg Michaelis, Direktor des Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz und einer der führenden Epidemiologen Deutschlands, stellte zu den athermischen Wirkungen des Mobilfunks fest: "Ich teile die Auffassung, dass man eigentlich heute keinen konkreten Anlass hat, ernsthaft zu befürchten, dass das Handy Krebs erzeugt. Es gibt keine krankmachenden Mechanismen. Es gibt zwar durchaus physiologische oder biologische Effekte. Nach heutiger Kenntnis haben die jedoch keine krankheitsauslösende Wirkung." (Der Spiegel, 09. April 2001).
Nichtsdestoweniger besteht auf diesem Gebiet weiterer Forschungsbedarf. Die Mobilfunknetzbetreiber haben sich dazu verpflichtet, die Forschung bis 2005 mit insgesamt 8,5 Millionen Euro zu fördern.