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Wie stark sind die elektromagnetischen Felder von Mobilfunkbasisstationen?
Zum Schutz der Gesundheit vor den Wirkungen elektromagnetischer Felder hat der Gesetzgeber in Deutschland Grenzwerte für Sendeanlagen festgelegt. Sie basieren auf den Empfehlungen nationaler und internationaler Expertengremien und wurden in der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Verordnung über elektromagnetische Felder – 26. BImSchV) rechtlich bindend verankert. Damit gibt es für Deutschland ein einheitliches und auf wissenschaftlicher Grundlage basierendes Recht für den Betrieb von Mobilfunksendeanlagen.
Die Grenzwerte bilden die Grundlage für die Ausstellung der Standortbescheinigung durch die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (Bundesnetzagentur). Diese ist wiederum die Voraussetzung für den Betrieb einer Mobilfunksendeanlage durch einen Netzbetreiber. Der in der Standortbescheinigung festgelegte Sicherheitsabstand gibt an, in welcher Entfernung vom Sender die in der 26. BImSchV festgelegten Grenzwerte unterschritten werden. Der Betrieb einer Sendeanlage wird von der Bundesnetzagentur nur genehmigt, wenn sich innerhalb des Sicherheitsabstand Menschen nicht dauerhaft aufhalten können.
Zur Berechnung des Sicherheitsabstandes wird die maximal mögliche Leistung einer Antenne zu Grunde gelegt. Zusätzlich werden elektromagnetische Felder weiter entfernter Sender berücksichtigt, die ebenfalls an einem Standort auftreten. Heutige Mobilfunksendeanlagen senden pro Kanal und Antenne durchschnittlich mit Leistungen zwischen zehn und 50 Watt.
Der Mobilfunk verwendet in Deutschland mehrere Frequenzbereiche, die sich hinsichtlich der Grenzwerte aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften unterscheiden. Im Bereich der GSM-Netze gibt es zwei Grenzwerte. Er beträgt 42 V/m für die 900 Megahertz-Sender (frühere D-Netze) und 58 V/m für die 1800 Megahertz-Sender (frühere ENetze). Beim UMTS liegt der Grenzwert bei exakt 61 V/m.
Sendeleistung von Basisstationen im Alltag
Abnahme der Leistungsflussdichte – der von den elektromagnetischen Feldern übertragenen Energiemenge - mit der Entfernung zum Mobilfunksender
Im Alltagsbetrieb beeinflussen zahlreiche Faktoren die Ausbreitung der elektromagnetischen Felder und damit auch ihre Stärke. So nutzen Mobilfunkbasisstationen ihre maximalen Sendeleistungen zumeist nicht aus, weil zu hohe Sendeleistungen zu Beeinträchtigungen weiter entfernter Sendeanlagen führen können.
Daher verringert eine Basisstation ihre Leistung automatisch auf die geringste nötige Sendestärke. Bei GSM zum Beispiel sendet eine Basisstation mit 10 Watt Leistung pro Kanal durchschnittlich nur mit 4 bis 6 Watt auf dem jeweiligen Kanal. Auch beim neuen Mobilfunkstandard UMTS gibt es eine automatische Leistungskontrolle, so dass sich die Sendeleistung in diesen Netzen ebenfalls reduziert.

Dies führt dazu, dass die von Mobilfunkbasisstationen tatsächlich erzeugten elektromagnetischen Felder nur einen Bruchteil der geltenden Grenzwerte erreichen. Dort, wo sich Menschen aufhalten, werden die Grenzwerte meist um das 100-fache oder sogar noch weiter unterschritten. Weil elektromagnetische Felder aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften mit wachsender Entfernung vom Sender sehr schnell abnehmen, kann man in doppelter Entfernung vom Sender nur noch die halbe Feldstärke messen und in zehnfacher Entfernung nur noch ein Zehntel. Hinzu kommt, dass Materialien wie Mauerwerk die Felder stark dämpfen. So verringert beispielsweise eine 20 Zentimeter dicke Betonwand die Feldstärke um rund 90 Prozent.

 
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