Können die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks den Melatoninhaushalt beeinflussen?
In Teilen der Öffentlichkeit besteht die Besorgnis, dass hochfrequente elektromagnetische Felder, wie sie der Mobilfunk nutzt, negative biologische Auswirkungen haben könnten. Dabei ist etwa die Frage von Interesse, ob die elektromagnetischen Immissionen Einfluss haben auf den Hormonhaushalt des Menschen.
Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses steht dabei unter anderem das Hormon Melatonin. Es wird in der Zirbeldrüse gebildet und steuert den Tag-Nacht-Rhythmus bei Menschen, aber auch bei Tieren. Darüber hinaus stimuliert Melatonin das Immunsystem. Es ist in der Lage, unter anderem so genannte freie Radikale abzufangen, die zum Zelltod führen können. In diesem Zusammenhang wird bei Melatonin eine Krebs hemmende Wirkung vermutet. Insofern könnte die Verringerung der Melatoninproduktion ein Grund für die Entstehung beziehungsweise die Förderung von Krebs sein.
Studie von Vollrath
Die Forschung untersucht daher seit einiger Zeit den Einfluss von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks auf den Melatoninhaushalt. Bis jetzt gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Hinweise, dass dieser Einfluss die Melatoninkonzentration verändern kann. Zu diesem Ergebnis kam etwa die Studie der Forschungsgruppe um Vollrath von 1997. Die Experimente wurden an Ratten und dsungarischen Hamstern durchgeführt. Dabei ließ sich kein kurzfristiger Effekt auf die Zirbeldrüse der Tiere nachweisen.