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> THEMEN > GESUNDHEIT & UMWELT > FORSCHUNGSERGEBNISSE > BLUT-HIRN-SCHRANKE Themen dieser Seite:

Forschungsbewertung durch den Gesundheitsrat der Niederlande
 
Einschätzung durch EU-Fachgremium
 
Studien von Fritze und Tsurita
 
Untersuchung von Salford
 
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Beeinflussen die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks die Blut-Hirn-Schranke?
Diese Frage wird in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert. Die Wissenschaft forscht intensiv nach neuen Erkenntnissen. Eine Reihe von Arbeiten zu diesem Thema liegt bereits vor.
Querschnitt durch Blutgefäß mit Blut-Hirn-Schranke
Bei der Blut-Hirn-Schranke handelt es sich um einen Mechanismus, der die unkontrollierte Aufnahme bestimmter, möglicherweise schädigender Stoffe durch das Gehirn verhindert. Der Schrankeneffekt wird auf zwei Arten erzielt: Erstens verhindert die so genannte Glia, die die Blutgefäße umgibt, das Eindringen nicht fettlöslicher Substanzen und Proteine. Zugelassen wird dagegen nur der Austausch von Ionen und niedermolekularen Stoffen. Zweitens wirken auch die so genannten Endothelzellen als Filter. Ihre dichten Zellverbindungen verhindern das Hindurchtreten der Stoffe durch die Zellzwischenräume. Dieses ist nur über die Endothelzellen selbst möglich. Dabei wirken endotheliale Enzyme auf die Substanzen ein und stellen dadurch ihre Verträglichkeit sicher.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bei einer Überwärmung des Gehirns mit einem SAR-Wert von über 5 Watt/kg die Blut-Hirn-Schrankenfunktion nicht mehr gewährleistet ist. Eine derartige Erwärmung kann allerdings durch ein Mobiltelefon nicht erzeugt werden.
Forschungsbewertung durch den Gesundheitsrat der Niederlande
Der Gesundheitsrat der Niederlande hat die Frage, ob elektromagnetische Felder des Mobilfunks die Blut-Hirn-Schranke beeinflussen, in seinem Bericht „Beurteilung der gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen“ vom Januar 2002 behandelt. Der Rat hat darauf hingewiesen, dass die neuere Forschung Hinweise in Studien aus den 1970er und 1980er auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Schranke durch elektromagnetische Felder nicht bestätigt hat. Die Ergebnisse seien nicht reproduzierbar gewesen. Daher ist das Expertengremium zu der Überzeugung gelangt, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die Annahme gibt, derartige Effekte könnten bestehen.
Einschätzung durch EU-Fachgremium
Übereinstimmend hat sich 2001 auch der wissenschaftliche Ausschuss für Toxizität, Ökotoxizität und Umwelt der EU (CSTEE) geäußert. Nach dem jetzigen Stand der Forschung verursacht die Nutzung von Mobiltelefonen demnach keine negativen Wirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke. Aus Vorsorgegründen sollten allerdings weitere Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt werden.

 
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Studie von Fritze u. a., in: Acta Neuropathol (Berlin) 94.5 (1997), S. 465-70
Studie von Salford u. a., in: Microsc Res Tech 27.6 (1994),S. 535-42 (1994)
Studie von Tsurita, in: Bioelectromagnetics 21.5 (2000), S. 364-71
Restrisiko einer Pudelmütze, Spiegel Online, 04.03.2000
Mobile telephones 2002, Bericht des Gesundheitsrates der Niederlande
Forschungsbewertung des EU-Ausschusses für Toxizität, Ökotoxizität und Umwelt (CSTEE), 2001
Eine detaillierte Darstellung des aktuellen Forschungsstandes gibt es von Florian Stögbauer in der Edition Wissenschaft der FGF, Ausgabe Nr. 15, April 2002: Beeinflussung der Funktion der Blut-Hirn-Schranke durch elektromagnetische Felder


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