Erstes Teilergebnis der WHO-Studie schließt Zusammenhang aus und bestätigt aktuelle Gutachten aus England und Schweden
IZMF | 04.02.2004
Eine dänische Forschungsgruppe hat Ende Januar 2004 erste Teilergebnisse der so genannten Interphone-Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlicht. Im Rahmen dieser im Oktober 2000 gestarteten, weltweit größten Studie zur Erforschung des Zusammenhangs zwischen Mobiltelefonie und dem Risiko von Hirntumorerkrankungen kam das Forscherteam zu dem Ergebnis, dass es keinen Zusammenhang gibt zwischen der Handynutzung und dem Akustikusneurinom, einem gutartigen Tumor am Hörnerv.
Die Untersuchung basiert auf der Auswertung von Daten zu 106 Akustikusneurinom-Patienten und 212 Vergleichspersonen. Dabei wurde kein Zusammenhang zwischen der Handy-Nutzung und dem Erkrankungsrisiko beobachtet. Auch bei Patienten, die ihr Handy bereits mehr als zehn Jahre nutzen oder in ihrem Leben mehr als 10.000 Mobiltelefonate getätigt haben, lag kein erhöhtes Risiko vor. Zudem zeigte sich keine Häufung von Tumoren auf der Kopfseite, an der bevorzugt telefoniert wurde.
Die dänische Studie umfasst etwa zehn Prozent der erwarteten Akustikusneurinom-Patienten der Interphone-Studie. Eine Studiengruppe der Mainzer Universität, die ebenfalls Projektpartner der Interphone-Studie ist, weist darauf hin, dass vor einer weiterführenden Interpretation die Resultate aus den anderen Studienzentren abzuwarten sind.
Auch aktuelle Forschungsberichte aus Schweden und England kommen zu dem Ergebnis, dass nach heutigem Forschungsstand von elektromagnetischen Feldern, die unterhalb der bestehenden Grenzwerte liegen, keine Gesundheitsgefahr ausgeht.
Mitte Januar 2004 hatte der Britische Beirat für Radiologische Schutzbestimmungen (NRPB) seinen aktuellen Forschungsbericht veröffentlicht. Demnach deuten weder biologische noch epidemiologische Untersuchungen auf einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Mobilfunk-Feldern hin. Ähnlich die Ergebnisse, die die Schwedische Strahlenschutzbehörde (SSI) im Dezember 2003 vorgestellt hatte. Es lasse sich beispielsweise in Tierexperimenten nicht nachweisen, dass Mobilfunk-Felder Krebserkrankungen hervorbringen oder bestehende karzinogene Faktoren verstärken könnten, so die schwedischen Experten.
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