A-Netz: das größte öffentliche Mobilfunknetz der Welt
Das A-Netz bildete beim Start das größte flächendeckende öffentliche Mobilfunknetz der Welt. Doch der Mobilfunk blieb ein exklusives Gut, denn die Geräte und die Dienste waren teuer. Allein für ein "Standardgerät" musste man zwischen 8.000 und 15.000 Mark bei einer Grundgebühr von bis zu 270 Mark pro Monat investieren. Zum Vergleich: Damals kostete ein VW-Käfer etwa 5.000 Mark.
Als Trendsetter für den Mobilfunk galt damals Bundeskanzler Konrad Adenauer, der von seinem Dienstwagen aus mobil telefonierte. Alle Gespräche im A-Netz wurden noch von Hand vermittelt, wofür bis zu 600 Vermittlungskräfte tätig waren. Der Mobilfunknutzer konnte nur dann erreicht werden, wenn der Anrufer seinen genauen Standort kannte, in etwa im Radius von 30 bis 50 Kilometern um eine Landfunkstelle.
B-Netz: Das Fräulein vom Amt wird abgelöst
Nach 14 Jahren wurde das B-Netz 1972 als Nachfolger des A-Netzes eingeführt. Die wichtigste Neuerung bestand darin, dass die Nutzer nun selbst wählen konnten – vorausgesetzt, sie kannten den ungefähren Aufenthaltsort des gewünschten Teilnehmers. Beim A-Netz dagegen war der Mobilfunknutzer noch auf die Vermittlung durch das "Fräulein vom Amt" angewiesen. Zudem wurde das Mobilfunknetz international. Nun konnten Mobilfunkgespräche mit einem Gerät ebenso in Österreich, den Niederlanden und in Luxemburg geführt werden.
Auch beim B-Netz blieben die Geräte teuer und die Gebühren hoch. Dennoch wuchs die Zahl der Teilnehmer bis Ende der 70er Jahre so stark, dass das B-Netz überlastet war und auf die Frequenzen des 1977 abgeschalteten A-Netzes zurückgegriffen werden musste. Das B-Netz erreichte 1986 mit fast 27.000 Nutzern seine maximale Teilnehmerzahl.
C-Netz: Erstmals eine bundesweit einheitliche Vorwahl
Am 1. September 1985 wurde in Deutschland das C-Netz in Betrieb genommen, dessen Netzstruktur aus verschiedenen aneinandergrenzenden Zellen bestand. Das C-Netz konnte erstmals durch den Einsatz eines Home Location Register (HLR) selbst und automatisch den genauen Aufenthaltsort des gewünschten Gesprächspartners ermitteln. Und im Hintergrund regelte es den so genannten "Handover". Es leitete die Gespräche von Funkzelle zu Funkzelle weiter, sobald der Mobiltelefon-Nutzer während eines Telefonats seinen Standort wechselte, zum Beispiel während der Autofahrt. Auf diese Weise war es möglich, alle Teilnehmer unter einer bundesweit einheitlichen Vorwahl zu erreichen, der 0161. Das neue Mobilfunknetz erreichte eine für die damalige Zeit hohe Popularität, was sich an schnell wachsenden Kundenzahlen und sinkenden Kosten ablesen lässt. Die monatliche Bereitstellungsgebühr sank von anfangs 120 Mark auf 19 Mark und 1993 erreichte das C-Netz mit rund 850.000 Kunden seine größte Teilnehmerzahl. Das analoge Netz hatte damit jedoch seine Grenzen erreicht. Es überdauerte noch eine Zeit lang die Einführung der neuen digitalen Mobilfunkdienste und wurde erst Ende des Jahres 2000 abgeschaltet.
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