Wie lässt sich eine sachliche Bewertung der Mobilfunktechnologie erreichen?
Neue Technologien lösen einerseits Begeisterung aus, rufen aber andererseits auch immer Skeptiker auf den Plan, die den Nutzen in Frage stellen oder sogar gesundheitliche Schäden fürchten. Statt Fortschritts- und Technikgläubigkeit herrscht oft ein kritischer Generalverdacht gegenüber technischen Entwicklungen vor. Das gilt auch für den Mobilfunk.
Kaum ist eine neue Technologie auf dem Markt, melden sich auch Kritiker zu Wort. Eine Debatte um Risiken und Nebenwirkungen setzt ein, die sich auch in der Berichterstattung der Medien widerspiegelt. Technische Innovationen geraten oftmals fast zwangsläufig in den Verdacht, der Menschheit Böses zu wollen. Andreas Bernard, Autor der Süddeutschen Zeitung, schreibt dazu: "Ebenso konstant wie dieser wiederkehrende Diskurs der Skepsis ist jedoch auch eine zweite, jeweils ein halbes Jahrhundert später einsetzende Redeordnung: die des leicht spöttischen Rückblicks auf die skurrilen Ängste der Gründergeneration. Milde betrachtet man etwa Abbildungen von Eisenbahn-Passagieren des 19. Jahrhunderts, die fortwährend auf ihren Zehenspitzen stehen, um die vermeintlich schädlichen Effekte dauerhafter Vibration zu mildern."
Mit einer ähnlich großen Skepsis begegnet heute ein Teil der Bevölkerung der Mobilfunktechnologie. Während die Errichtung des digitalen GSM-Netzes noch allgemein als Innovation und Wirtschaftschance verstanden wurde, sorgt der Aufbau des neuen UMTS-Mobilfunknetzes vielerorts für Diskussionen. Werden oder sind wir von der Technik abhängig oder steuert die Technik unser Verhalten und nicht wir die Technik? Brauchen wir diese Technik überhaupt? Rechtfertigen die damit verbundenen Chancen die riesigen Investitionen und ist ein Risiko für die Gesundheit wirklich ausgeschlossen?