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Mobilfunkfelder in Bayern liegen weit unter den Grenzwerten
- Unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Landesamtes für Umwelt startet das Informationszentrum Mobilfunk e.V. die Initiative "Wissenschaf(f)t Vertrauen"

- Initiative wertet Messungen des bayerischen FEE-Projekts aus
IZMF | 12.05.2009
Berlin/München - Die Mobilfunkfelder in Bayern liegen weit unter den gesetzlich gültigen Grenzwerten. Das ist das Ergebnis einer Auswertung von rund 1.900 landesweit erhobenen Messpunkten. Die Auswertung erfolgte im Rahmen der Initiative "Wissenschaf(f)t Vertrauen", die das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) durchführt.

An 95 Prozent aller Messorte erreichen die Mobilfunk-Immissionen weniger als ein halbes Prozent des gültigen Grenzwertes bezüglich der Leistungsflussdichte. "Ich bin überzeugt, dass die umfangreichen Messdaten einen soliden Beitrag für die Bewertung des Mobilfunks leisten können – sowohl für die speziellen Interessen der Fachleute, als auch in der öffentlichen Diskussion", betonte heute Prof. Dr.-Ing. Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, bei der Vorstellung der Initiative in München.

Im Alltag werden die ermittelten Ergebnisse praktisch nie erreicht. Denn bei der Auswertung der Daten wurde auf die tatsächlich gemessenen Werte zusätzlich die theoretisch mögliche Vollauslastung aller bei der Bundesnetzagentur beantragten Kanäle aufgerechnet. Und noch ein weiterer Sicherheitsfaktor fand Eingang in die Datenauswertung: Auf die hochgerechneten Messergebnisse wurde zusätzlich ein Betrag von drei Dezibel für die Messunsicherheit aufgeschlagen.

Aufklärung fördert den sachlichen Dialog
Kaum ein anderes Bundesland nimmt die Mobilfunkfelder so gründlich unter die Lupe wie Bayern. Bereits 2001 startete das Bayerische Umweltministerium ein Projekt zur "Förderung der Erfassung elektromagnetischer Felder (FEE)". Im Rahmen des FEE-Projektes bietet der Freistaat Kommunen finanzielle Unterstützung bei der Durchführung von Mobilfunkmessungen an. Über 350 Gemeinden haben dieses Angebot bisher genutzt. Um die gewonnen Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) einen Kooperationsvertrag mit dem Informationszentrum Mobilfunk e.V. und dem Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik (IMST) geschlossen. Dieser hat die Auswertung der FEE-Messdaten und den Ausbau der FEE-Immissionsdatenbank durch das IMST sowie die Schirmherrschaft des LfU zum Inhalt. "Das Landesamt ist sehr daran interessiert, dass die Diskussion zum Mobilfunk sachlich und auf der Grundlage gesicherter Daten geführt wird. Daher haben wir gerne die Schirmherrschaft für die Initiative "Wissenschaf(f)t Vertrauen" übernommen", so Göttle.

Die Initiative wird von Mai bis Juli 2009 über die Immissionen in der Umgebung von Mobilfunksendeanlagen in Bayern in vielfältiger Form informieren. Im Rahmen von Fachveranstaltungen sowie einer Info-Tour durch mehrere bayerische Städte werden die Ergebnisse der FEE-Auswertung der Öffentlichkeit vorgestellt. Zudem sind die Messergebnisse und ihre Bewertungen aus technischer und biologischer Sicht zusammengefasst in einer kostenlosen Broschüre mit dem Titel "Wissenschaf(f)t Vertrauen". Diese kann auf der Internetseite des IZMF unter www.izmf.de elektronisch abgerufen oder in gedruckter Form beim IZMF bestellt werden.

FEE-Immissionsdatenbank ist international einmalig
Für ganz Bayern stehen in der FEE-Immissionsdatenbank die Ergebnisse von rund 1.900 Messpunkten zur Verfügung. "Dank der Unterstützung des LfU ist es gelungen, mit der FEE-Immissionsdatenbank ein international einmaliges Referenzprojekt zu schaffen", erläutert Dagmar Wiebusch, Geschäftsführerin des IZMF. Anhand der aktuellen Daten liefert die FEE-Immissionsdatenbank einen repräsentativen Überblick über typische Immissionen durch Mobilfunksendeanlagen in Bayern. Darüber hinaus lassen sich auf Grund der breiten Datenbasis auch zuverlässige Abschätzungen für vergleichbare Standortszenarien im Freistaat treffen.

Die FEE-Daten belegen, dass auch mit dem fortschreitenden Ausbau der Mobilfunktechnologie die Mobilfunkfelder weit unter den Grenzwerten liegen. Insgesamt zeigt die statistische Auswertung aller erhobenen Messwerte, dass in Bayern nur ein Zentralwert (Median) der Grenzwertausschöpfung von 0,014 Prozent, bezogen auf die Leistungsflussdichte, erreicht wird. "Damit reihen sich die Ergebnisse der bayerischen Immissionswerte in die vom IZMF schon früher initiierten landesweiten Messreihen in NRW, Hessen, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ein", erläutert Wiebusch. Aus technischen Gründen wird bei der digitalen Mobilfunktechnologie immer nur die minimal erforderliche Sendeleistung eingesetzt – sowohl von der Mobilfunkbasisstation als auch vom Handy. Das bedeutet, dass Mobilfunknetze ihre Leistung dem jeweils erforderlichen Bedarf anpassen können. Die im Alltag auftretenden Immissionen liegen deshalb noch weit unter den in der FEE-Datenbank dokumentierten und auf eine Vollauslastung hochgerechneten Werten. Lediglich punktuell kann es an Orten mit hohem Publikumsaufkommen wie beispielweise auf Messen oder Flughäfen, kurzzeitig zu solchen Spitzen kommen. An Orten wie Schulen und Kindergärten, die besonders im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung stehen, erreicht der ermittelte Medianwert in Bayern sogar nur 0,008 Prozent. Auch ein geringer Abstand zur Mobilfunksendeanlage hat nicht zwangsläufig hohe Immissionen zur Folge. "Die Auswertung von 1.173 Messpunkten mit Sicht auf die Mobilfunksendeanlage bestätigt, dass die Mobilfunkimmissionen selbst in unmittelbarer Nähe zur Anlage sehr klein sein können", bestätigt Dr. Christian Bornkessel, Projektleiter der FEE-Auswertung beim IMST. Aufgrund der Abstrahlcharakteristik und der topographischen Gegebenheiten vor Ort können im Nahbereich der Antennen geringere Immissionen auftreten als in größeren Entfernungen. "Bei einer Prognose der an einem Messpunkt vorliegenden Immissionen darf man die Einflussfaktoren nie isoliert betrachten. Es ist unabdingbar, Besonderheiten wie Montagehöhe, Ausrichtung und Neigungswinkel der Antennen, die Bebauung in der Umgebung sowie andere am Messort vorhandene Funkssysteme zu kennen und ihre Wirkungen zu berücksichtigen", erklärt Dr. Bornkessel.

Das Informationszentrum Mobilfunk ist Ansprechpartner zum Thema mobile Kommunikation für Bürgerinnen und Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen. Es ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunk-netzbetreibern getragen wird.

Kontakt:
Informationszentrum Mobilfunk e.V.
Una Großmann
Pressesprecherin
Hegelplatz 1
10117 Berlin
Fon: + 49 (0) 30 / 209 16 98 – 23
Fax: + 49 (0) 30 / 209 16 98 – 11
E-Mail: info@izmf.de
Internet: www.izmf.de
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