Wie gehen Forschung und Wissenschaft mit dem Thema Mobilfunk und Gesundheit um?
Das Thema Mobilfunk und Gesundheit hat in den vergangenen Jahren in der Wissenschaft zunehmend an Bedeutung gewonnen. Vor allem die Frage, ob die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben können, wird von der Forschung verstärkt untersucht.
Die intensivierte Forschungstätigkeit ist dabei nicht nur eine Folge des Erkenntnisinteresses der Wissenschaftler selbst. Vielmehr sind die erhöhten Forschungsanstrengungen vor allem auch ein Ergebnis des Interesses der Öffentlichkeit an umfassenden, seriösen Antworten und Informationen zu diesem Thema.
Gerade wenn ein Thema wie Mobilfunk und Gesundheit eine große gesellschaftliche Bedeutung erlangt, steigt das Interesse der Politik wie auch anderer Beteiligter, zusätzlich finanzielle Mittel bereit zu stellen, um bei den Menschen für Klarheit zu sorgen. Dies bewirkt die Erweiterung der Forschungstätigkeit über die bereits bestehende reguläre Forschung an Universitäten und Hochschulen hinaus. So ermöglichten etwa auch die von den Mobilfunknetzbetreibern zur Verfügung gestellten Gelder zahlreiche neue Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Wirkungen elektromagnetischer Felder.
Forschungsarbeiten zum Thema Mobilfunk und Gesundheit
Weltweit sind über 100 Millionen Euro Forschungsgelder zum Thema Mobilfunk und Gesundheit bereitgestellt worden. Derzeit befinden sich rund 100 Studien zu möglichen gesundheitlichen Risiken durch Mobiltelefone in Arbeit. Weitere Forschungsvorhaben sind in Planung. In Europa werden die wichtigsten Forschungsprojekte im Zusammenhang mit Mobilfunk und Gesundheit im „5. Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung“ von der Kommission der Europäischen Union durchgeführt.
Die große Zahl von Arbeiten zu den elektromagnetischen Immissionen des Mobilfunks erzeugten neue Erkenntnisse zu vielen bislang vernachlässigten Einzelaspekten der Forschung wie etwa der Elektrosensibilität. Diese Forschungsergebnisse werden in Bereich der Wissenschaft laufend diskutiert. Sie dienen nicht zuletzt als Ansatzpunkt für neue Fragestellungen. Darüber hinaus ist es jedoch auch wichtig, dass die Forschungsergebnisse zusammengefasst und allgemeinverständlich dargestellt werden. Dies ist besonders dann der Fall, wenn ein Forschungsthema auch in der breiten Öffentlichkeit auf Interesse stößt. Nur so kann sich jeder Einzelne ein klares Bild verschaffen. Und auch politische Entscheidungsträger erhalten die notwendigen Informationen, um etwa gesetzliche Rahmenbedingungen zu setzen.
Expertengremien zur Forschungsbewertung
Bei der Forschung zu Mobilfunk und Gesundheit sind es Expertengremien wie die internationale Strahlenschutzkommission (ICNIRP) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie auf nationaler Ebene die Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK), die laufend den aktuellen Forschungsstand untersuchen. Sie werten alle veröffentlichten Arbeiten und Studien aus und fassen die Ergebnisse in Forschungsberichten zusammen. Die Forschungsbewertung ist eine wichtige Grundlage für die allgemeine gesellschaftliche Diskussion.
Die Sachverständigen geben darüber hinaus auch Empfehlungen ab, die als wichtige Richtschnur für die Entscheidungen in Politik und Verwaltung dienen. Sie prüfen daher auch intensiv, ob die vorliegenden Arbeiten wissenschaftliche Standards erfüllen.
