Wie ist der Stand der Forschung zum Thema Mobilfunk und Gesundheit?
Zum jetzigen Zeitpunkt liegen rund 15.000 wissenschaftliche Arbeiten zu den Wirkungen elektromagnetischer Felder vor. Pro Jahr kommen einige hundert Analysen zu dieser Fragestellung hinzu. Rund 800 der bislang vorliegenden Untersuchungen befassen sich mit den Wirkungen hochfrequenter – auch gepulster – Felder, wie sie der moderne Mobilfunk verwendet.
Die Forschung analysiert zum einen thermische – durch Wärme – verursachte Effekte. Zum anderen sind auch andere - so genannte athermische - Wirkungen elektromagnetische Felder von der Wissenschaft inzwischen gründlich untersucht worden. Unter anderem sind dies mögliche Auswirkungen auf Krebserkrankungen oder die Beeinflussung des Zentralnervensystems und der Gehirnströme. Die Existenz athermischer Wirkungen wird in der Wissenschaft derzeit kontrovers diskutiert und mehrheitlich als nicht gesichert angesehen. Untersuchungen sind allerdings schwierig, da die Effekte an der Grenze der Nachweisbarkeit liegen.
Es ist wichtig zu wissen, dass der Nachweis eines Effektes durch elektromagnetische Felder nicht gleichbedeutend ist mit dem Beweis einer Gesundheitsgefährdung. So hat jeder Austausch mit der Umwelt Effekte auf den menschlichen Körper. Nach dem Genuss einer Tasse Tee beispielsweise lassen sich deutliche physiologische Veränderungen feststellen, ohne dass dadurch die Gesundheit in Gefahr geraten würde. Aufgabe der Forschung ist es herauszufinden, ob die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks bei Einhaltung der derzeit geltenden Grenzwerte schädigende Wirkungen verursacht.
Forschungsbewertung der deutschen Strahlenschutzkommission
In der Empfehlung der deutschen Strahlenschutzkommission (SSK) „Grenzwerte und Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern“ heißt es: „Die SSK kommt zu dem Schluss, dass auch nach Bewertung der neueren wissenschaftlichen Literatur keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Hinblick auf nachgewiesene Gesundheitsbeeinträchtigungen vorliegen, die Zweifel an der wissenschaftlichen Bewertung aufkommen lassen, die den Schutzkonzepten der ICNIRP bzw. der EU-Ratsempfehlung zugrunde liegt.“ Demzufolge bestehen bei Einhaltung der gültigen Grenzwerte keine Gesundheitsgefahren durch den Mobilfunk. Dies haben auch die Experten in den Kommissionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgestellt.
Die Strahlenschutzkommission weist jedoch darauf hin, dass es notwendig ist, „die Kenntnisse über gesundheitliche Beeinträchtigungen bei Exposition durch elektromagnetische Felder durch weitere Forschung zu verbessern“ (Empfehlung der SSK, September 2001). Dieser Auffassung haben sich die deutschen Mobilfunknetzbetreiber in ihrer Selbstverpflichtung vom Dezember 2001 ausdrücklich angeschlossen. Gegenüber der Bundesregierung haben sie sich daher verpflichtet, die „Forschungsförderung auf dem Gebiet der elektromagnetischen Felder zu intensivieren“.
