Experten bewerten Forschungsstand zu gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder
Die schwedische Strahlenschutzkommission hat Mitte März den Bericht einer unabhängigen Expertengruppe zum aktuellen Forschungsstand auf dem Gebiet gesundheitlicher Wirkungen von nieder- und hochfrequenten elektromagnetischen Feldern (EMF) veröffentlicht. Neuere Untersuchungen zur Frage, ob elektromagnetische Felder Krebs auslösen, bestätigen die bisherige Risikobewertung. Die Expertengruppe bezieht sich vor allem auf die 2006 veröffentlichte dänische Kohortenstudie mit über 420.000 untersuchten Datensätzen. Sowohl bei kurzfristiger als auch bei langfristiger Handynutzung konnte kein erhöhtes Krebsrisiko festgestellt werden. Nach aktuellem Wissenstand gibt es laut Jahresbericht keinen Zusammenhang zwischen Handynutzung und der Entstehung von Hirntumoren, wenn das Handy weniger als zehn Jahre genutzt wurde. Auch bei längeren Nutzungszeiten spricht die Mehrzahl der Belege ebenfalls gegen einen Zusammenhang. Allerdings liegen in diesem Forschungsbereich erst wenige wissenschaftliche Daten vor.
Die Experten zogen Studien mit verschiedenen Forschungsansätzen und in unterschiedlichen Frequenzbereichen heran, um die Auswirkungen von EMF auf die Erbsubstanz einzuschätzen. Dabei hat die Mehrheit der Untersuchungen in diesem Bereich keine Effekte ergeben. Die Ergebnisse des so genannten Reflex-Projekts zur Zunahme von DNA-Strangbrüchen bedürfen nach Einschätzung der Experten eines besseren Verständnisses, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden können. In den Studien zu Auswirkungen auf das Gehirn konnte kein klarer Effekt identifiziert werden. Die Expertengruppe verwies auf die Ergebnisse einer Schweizer Wiederholungsstudie, die eine niederländische Untersuchung widerlegt hat. In der Studie, die mit verbessertem Design an Schweizer Universitäten wiederholt wurde, ließ sich kein negativer Einfluss von elektromagnetischen Feldern einer UMTS-Basisstation auf das Wohlbefinden von Menschen nachweisen.
Die Experten kommen im Jahresbericht zu dem Schluss, dass in allen Frequenzbereichen noch weiterer Forschungsbedarf zu den Auswirkungen elektromagnetischer Felder besteht. Die schwedische Regierung kündigte an, nochmals 1,1 Millionen Euro für Strahlenschutzforschung bereitzustellen. Nach Aussagen der schwedischen Strahlenschutzkommission hat die Forschung zu EMF bei der Verteilung der Mittel Priorität, auch wenn die Gelder alle Bereiche des Strahlenschutzes abdecken müssen.
