Beeinflussen die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks die Blut-Hirn-Schranke?

Die Blut-Hirn-Schranke (BHS) bildet eine selektiv durchlässige Schranke in den Wänden der Blutgefäße, die das Gehirn u.a. mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Sie verhindert, dass schädliche Substanzen ungehindert in das Gehirn eindringen können. Bekannt ist, dass die BHS unter bestimmten Bedingungen vorübergehend durchlässig werden kann: Starkes Fieber gehört zu den möglichen Ursachen. Würde die BHS auch durch elektromagnetische Felder geschwächt, hätte dies möglicherweise Folgen für die Gesundheit. Um solchen Fragen nachzugehen, hat es seit Mitte der 1990er Jahre mehrere Studien zum Einfluss hoch- und niederfrequenter Felder auf die Blut-Hirn-Schranke gegeben. Diese kamen zu dem Ergebnis, dass die hochfrequente Strahlung bei den Frequenzen und Intensitäten, wie sie bei der Nutzung von Mobiltelefonen auftreten, keine oder nur vernachlässigbare Auswirkungen auf die Blut-Hirn-Schranke haben (Finnie et al. 2009, eventuell Review von Perrin et al. 2010).

Studien, wie die der Forschergruppen um Professor Leif G. Salford von der Universität Lund in Schweden, die zu gegenteiligen Ergebnissen gelangt waren, konnten durch Wiederholungsstudien, unter anderem im Rahmen des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms, nicht bestätigt werden. Bis heute hat es keine neueren Studien gegeben, die im Bereich hochfrequenter elektromagnetischer Felder unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte die Ergebnisse der schwedischen Forscher wiederholen konnten.