Warum gibt das Handy Sicherheit?

Tritt ein Notfall ein, muss es schnell gehen. Das Handy ist dabei eine unschätzbar wichtige Hilfe. Wichtig: Notrufe sind nur noch mit eingelegter und betriebsbereiter SIM-Karte möglich. Diese Notrufverordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ist 2009 in Kraft getreten. Vorher konnten Notrufe auch ohne eingelegte SIM-Karte abgesetzt werden. Diese Möglichkeit gibt es nicht mehr, da über die Notrufnummer 112 bis zu 80 Prozent missbräuchliche Anrufe eingegangen waren. Ebenfalls wichtig: Wenn man sich in einem Funkloch befindet, das von einem anderen Netzbetreiber abgedeckt wird, kann man trotzdem Notrufe vornehmen.

Über die schnelle Unfallmeldung hinaus ermöglicht das Handy auch die Ermittlung des Standorts: Das GSM-Mobilfunknetz verfügt über eine Ortungsgenauigkeit, die je nach Größe der jeweiligen Funkzelle von wenigen Hundert Metern bis zu einigen Kilometern reicht. Im UMTS-Netz ist die Positionsbestimmung nochmals deutlich genauer. Dies macht die immer schnellere Rettung von Unfallopfern möglich. Solch eine Ortung jedoch ist tatsächlich aus Gründen des Datenschutzes nur im Notfall möglich – dies garantiert §108 des Telekommunikationsgesetztes, das für eine zügige Rettung in Not geratener Bürgerinnen und Bürger sorgen will.

In der gesamten Europäischen Union (EU) ist die Telefonnummer 112 die Nummer für Notfälle. Der Euronotruf 112 dient der Aufnahme einer Verbindung mit einem Notrufdienst aus dem Festnetz oder über das Handy und ist gebührenfrei. Neben der 112 gelten auch nationale Rufnummern weiter. Die 112 ist in allen GSM-Mobilfunknetzen nutzbar und funktioniert auch außerhalb der EU, beispielsweise in der Schweiz und Südafrika.

Eine Besonderheit bildet die für Wassersportler wichtige Mobil-Notrufnummer 124 124: Anrufe werden im küstennahen Bereich der Nord- und Ostsee direkt an das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Bremen weitergeleitet.