Reisen mit dem Handy
Mühsam einen Parkplatz gefunden und dann kein Kleingeld für den Parkautomaten? An einem fremden Bahnhof angekommen und dann Schwierigkeiten mit dem Fahrkartenautomaten? Wer kennt solche Situationen nicht? Doch solche Probleme könnten in einigen Jahren immer weniger werden, wenn sich Ideen wie Handyparken oder das SMS-Busticket in noch mehr deutschen Städten durchsetzen.
Parkschein per Handy
Rund 50.000 Parkscheine werden in Deutschland pro Monat schon jetzt per Handy gelöst und bezahlt. Das ist erst ein Anfang, doch die ersten Erfolge ermutigen immer weitere Städte, das bürgerfreundliche und zudem sichere Verfahren einzuführen. Mehr als ein Dutzend Städte ermöglicht bereits das so genannte Handyparken – ganz ohne Automat und Papierausdruck. Dazu zählen unter anderem Berlin, Duisburg, Hannover, Paderborn, Saarbrücken, Wiesbaden und Flensburg. Weitere Städte wie Detmold und Görlitz planen die Einführung. Allein in Berlin meldeten sich über 10.000 Personen zum Handyparken an. Mehr als 90 Prozent von ihnen äußerten sich "sehr zufrieden" mit der neuen Park-Alternative. Das zeigten eine repräsentative Umfrage des Zentrums für integrierte Verkehrssysteme ZIV (Darmstadt) im Auftrag des Bundesamts für Straßenwesen und eine Umfrage der TU Berlin.
In den meisten Städten sind sich die Systeme zum Handyparken ähnlich. So müssen sich Nutzer erst einmal im Internet anmelden und eine Mobilfunknummer und eine Zahlungsmethode hinterlegen. Wollen sie später ihr Auto parken, rufen sie zu Beginn eine Servicenummer von ihrem Handy aus an. Das System erkennt dabei automatisch das Mobiltelefon, ordnet das Auto zu und startet die Zeit. Bei der Rückkehr zum Wagen wählt der Nutzer erneut die Servicenummer, um den Parkvorgang zu stoppen. Dank Taschencomputer und Nummernschild können Politessen bei abgestellten Fahrzeugen jederzeit prüfen, ob der Halter bezahlt hat.
Der Fahrkartenautomat in der Jackentasche
Was für Autofahrer teilweise noch Zukunftsmusik ist – überall in Deutschland jederzeit per Handy ein Parkticket buchen zu können – ist für Bahnkunden schon länger möglich. Wer sich einmalig auf dem Online-Kundenportal der Deutschen Bahn entsprechend registriert hat, kann seine Fahrscheine und Reservierungen jetzt bis zehn Minuten vor Abfahrt des Zuges per Handy buchen und bezahlen. Kein Schlangestehen am Schalter, keine Suche nach einem Automaten – einfach die Verbindung und Abfahrtzeiten im Bahn-WAP-Portal des Handys heraussuchen. Mit ein paar weiteren Klicks auf der Handytastatur ist das Ticket auch schon gebucht und wird per MMS zugeschickt. Das Display wird so zur Fahrkarte, die der Zugbegleiter mit dem Scanner seines mobilen Terminals prüft.
Handytickets für Bus und Bahn
In zahlreichen deutschen Städten und Regionen können Fahrgäste des öffentlichen Personennahverkehrs schon heute ihre Fahrscheine mit dem Handy lösen. Eines der größten Pilotprojekte mit einer gemeinsamen Technik starteten im Frühjahr 2007 die Verkehrsbetriebe in Chemnitz, Essen, Dresden, Düsseldorf, Lübeck, Hamburg, Nürnberg, Ulm, Wuppertal sowie die Oberlausitz und dem Vogtland. Rund 13 Millionen Bürger können in diesen Regionen ihre Fahrkarte für Bus und Bahn per Handy mit einer einheitlichen Software kaufen. Der bequeme Service bietet nicht nur Einzelfahrscheine, sondern auch Tages- und Gruppentickets und ist damit beinahe so vielseitig wie das Angebot am Fahrkartenautomaten.
