Welche Rolle spielt Mobilfunk als Wirtschaftsfaktor?
Mobilfunk ist eine dynamische Technologie. In kaum einem anderen Wirtschaftszweig kommen neue Produkte schneller auf den Markt und sind die Innovationszyklen kürzer. Der Mobilfunk war damit im zurückliegenden Jahrzehnt der stärkste Wachstumsmotor im Telekommunikationsmarkt. Er ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, der die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland steigert.
Die Menschen werden mobiler und mit ihnen die Kommunikation. Statistisch betrachtet besitzt heute jeder Einwohner mehr als ein Handy. Im Laufe des Jahres 2006 wurde mit mehr als 84 Millionen Mobilfunkverträgen erstmalig die 100-Prozentmarke überschritten. Auf 100 Deutsche kommen heute 118 Handyverträge. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt, der rund 112 Handyverträge pro 100 Einwohner beträgt. Europäischer Spitzenreiter ist Italien mit einer Marktdurchdringung von 148 Prozent.
Die Zahl der Telefonate, die in Deutschland über Handy geführt werden, steigt kontinuierlich. Das zeigen die regelmäßig veröffentlichten Marktzahlen der Bundesnetzagentur. Im Jahr 2005 fielen 43 Milliarden abgehende Gesprächsminuten an, im Jahr 2006 über 57 Milliarden und zum Jahresende 2007 wurde ein Gesprächsvolumen von etwa 60,3 Milliarden Minuten gemessen. Europaweit ist ein Trend zum völligen Verzicht auf einen Festnetzanschluss zu verzeichnen. Der Anteil der Haushalte, die nur noch mobil erreichbar sind, hat sich laut der 2008 veröffentlichten E-Communications-Haushaltsumfrage der Europäischen Kommission europaweit auf 24 Prozent erhöht.
Zusammenwachsen von Computer und Handy
Multimediale Handys bieten immer mehr Funktionen an, die bislang nur Computer (PC und Laptop) beherrschen. Anwendungen wie Surfen im Internet, die Nutzung von Suchmaschinen oder das Lesen und Versenden von E-Mails zählen inzwischen für Privat- und Geschäftsleute zu den wichtigsten Funktionen ihrer Handys. Die Bundesnetzagentur sieht in den mobilen Datenübertragungsdiensten einen Wachstumstreiber im Telekommunikationsmarkt. Zu dieser Feststellung kam die Netzagentur bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2007. Branchenkenner sind der Ansicht, dass die mobile E-Mail schon in naher Zukunft SMS und MMS den Rang ablaufen wird. Experten erwarten, dass das Handy auch den MP3-Playern und den PCs ernst zu nehmende Konkurrenz machen wird. Handys sind schon heute multifunktionale Geräte, die Audio, Text, Video und Sprache vereinen. Damit steigt auch der Bedarf an Übertragungskapazität und -qualität – und es wächst die Nachfrage nach breitbandigen Diensten.
Fast die Hälfte aller Deutschen würde das Handy auch gerne zum Bezahlen nutzen. Das hat eine Umfrage des eco Verbandes der deutschen Internetwirtschaft ergeben. Bisher fehle aber eine übergeordnete Plattform zur Einführung eines Systems. Somit bleibe fraglich, wann und ob die Bezahlung von Alltagsprodukten mit mobilen Endgeräten Wirklichkeit wird.

