Warum bietet die mobile Kommunikation älteren Menschen mehr Lebensqualität?

Älterwerden bringt für viele Menschen nicht nur gesundheitliche Veränderungen mit sich. Auch die soziale Situation verändert sich. Kontakte nach außen werden weniger oder brechen aufgrund einer nur noch schwer zu überwindenden Distanz ganz ab. Die eingeschränkte körperliche Mobilität beschneidet damit auch die Kommunikationsmöglichkeiten, kann isolieren und zu Einsamkeit führen. Neue Medien, allen voran der Mobilfunk, bieten Senioren heute die Möglichkeit, auch bei eingeschränkter Mobilität aktiv am Leben teilzunehmen. Das Handy gibt ihnen die Gewissheit, jederzeit Kontakt zu Freunden, Familienmitgliedern oder dem Hausarzt aufnehmen zu können. Die Mobilfunktechnologie wird damit dem bei Senioren oftmals stark ausgeprägten Wunsch nach Sicherheit gerecht. Erleichterung im alltäglichen Leben bringen zudem multimediale Dienste, die dank höherer Übertragungskapazitäten und dem Zusammenwachsen von Computer, Fax und Handy möglich sind – angefangen von der Bestellung von Essenslieferungen bis hin zur Recherche nach neuen Therapien.

Verwirrende Menüführung

SMS-Nachrichten zu senden und zu lesen ist für die meisten Handy-Nutzer ein Kinderspiel. Viele Senioren dagegen tun sich schwer damit, ihr Mobiltelefon zu bedienen. Schuld daran sind weniger die kleinen Tasten als vielmehr die Menüführung, wie die Technische Universität Berlin herausfand. Das Urteil der Wissenschaftler: Das Menüsystem ist vielen Senioren fremd, die Dialogtechnik auf verschiedenen Ebenen via Display oft nicht nachvollziehbar. Zudem verwirrt die Fülle unterschiedlicher Funktionen viel eher, als dass sie nützt. Die Forscher empfehlen Herstellern deshalb, wichtige Handy-Funktionen auf einer Benutzer-Ebene zu vereinen.

Seniorengerechte Technik

Mehrere Hersteller haben darauf reagiert und bieten spezielle Geräte an, die mit wenigen Tasten ausgestattet sind, die jeweils mit einer wichtigen Telefonnummer belegt werden können. Ein Knopfdruck genügt und die Verbindung zu Familie, Arzt oder zu einem Call-Center wird hergestellt. Die Mitarbeiter des Call-Centers stehen rund um die Uhr zur Verfügung; egal, ob es sich um einen medizinischen Notfall handelt, um eine Autopanne oder lediglich die Haustür zugefallen ist. Im Notfall können die Geräte auch geortet werden, um Hilfe zu schicken.

Herzschrittmacher und Handys

Mobil telefonieren können übrigens auch Träger von Herzschrittmachern und Hörgeräten. Moderne Herzschrittmacher sind gegenüber Handys meist störfest, einige ältere Geräte lassen sich jedoch möglicherweise durch elektromagnetische Felder beeinflussen. Aus diesem Grund empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz zwischen Handy und Herzschrittmacher ein Mindestabstand von etwa 20 cm einzuhalten. Schrittmacherträger dürfen also mit Handys telefonieren. Sie sollten jedoch das betriebsbereite Mobiltelefon nicht in der Brusttasche direkt über dem Schrittmacher tragen.

Moderne Hörgeräte sind gegen elektromagnetische Felder meist gut abgeschirmt. Falls ein Hörgeräteträger mobil telefonieren möchte, lässt sich durch Ausprobieren eine Kombination von Hörgerät und Handy finden, die störungsfrei arbeitet. Viele Handy-Hersteller bieten bereits Zubehör für Träger von Hörgeräten an.

"Handy-Führerschein" für die ältere Generation

Damit ältere Menschen mit den handelsüblichen Handys besser zurechtkommen, bieten viele Händler und Volkshochschulen mittlerweile Kurse für Senioren an, in denen zum Beispiel das Schreiben einer SMS geübt wird. Einen "Handy-Führerschein" haben einige Verbraucherzentralen eingeführt. Wer unsicher ist im Umgang mit Tastensperre, Adressbuch oder Mailbox, wird von Experten in die Funktionswelt der mobilen Kommunikation eingeführt.

Tipps für den Handy-Alltag

  • Wichtige Rufnummern gehören auf die Kurzwahltasten.

    Die Zifferntasten des Handys dienen als Kurzwahltasten. Damit können sie besonders wichtige Rufnummern ohne Suchen im Handy-Telefonbuch mit zwei Tastendrücken anwählen. Informationen zur Einrichtung finden Sie in der Bedienungsanleitung.
  • Das Handy regelmäßig laden.

    Moderne Handyakkus lassen sich in kürzester Zeit wieder aufladen. Häufiges Nachladen – auch wenn der Akku noch nicht ganz leer ist, schadet ihnen nicht. Deshalb machen Sie es sich am besten zur Gewohnheit, das Handy einmal pro Woche oder nach längerem Gebrauch aufzuladen. So ist es immer einsatzbereit.
  • Die Notrufsäule in der Tasche.

    Handys können Lebensretter und Notrufsäule in der Tasche sein. Mit der internationalen Notrufnummer 112 erreicht man immer die nächstgelegene Rettungsleitstelle oder die Polizei. Selbst dann, wenn man augenblicklich nicht im eigenen Netz angemeldet ist. Einige spezielle Anbieter bieten darüber hinaus die Möglichkeit an, das Handy im Notfall orten zu lassen. Das ist praktisch, wenn Sie zum Beispiel in einer unbekannten Gegend mit dem Auto eine Panne haben oder einen Unfall melden wollen.
  • Das Handy eingeschaltet lassen.

    Nehmen Sie Ihr Handy mit und lassen Sie es immer eingeschaltet, wenn Sie aus dem Haus gehen. Das Handy befindet sich in einem „Schlummerzustand“ (Standby-Betrieb), wenn es nicht angerufen wird. In diesem Zustand ist es passiv und sendet auch nicht. Wenn Sie ihr Handy dringend brauchen, ist oft nicht immer die Zeit es erst einzuschalten.